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Sie wissen,
dass Guttet/Feschel bereits einmal Anstrengungen unternahm, um aus
dem Teufelskreis geringer wirtschaftlicher Entwicklung und Abwanderung
herauszukommen und die Initianten damals über finanzielle Fallstricke
gestolpert waren. Sie sind der Meinung, dass die Projekte der Meiga-Touristik
AG so etwas, wie ein letzter Trumpf, eine unverhoffte Chance sind.
Im ändern Lager bekennt man sich zwar zum Tourismus und einer
entsprechenden Entwicklung, doch macht sich dieser Teil der Bewohner
der Region mehr Gedanken über die unausweichlichen Konseqnenzen
im infrastrukturellen Bereich (Wasser, Abwasser, Strassenverbindungen
Parkplätze). Begeisterung für die Meiga-Vorhaben findet sich eher
in Guttet, während die Skepsis im nur drei Steinwürfe entfernten
Nachbardorf unverkennbar grösser ist.
Unterentwickelte
Region
Grundsätzlich
ist festzuhalten, dass die Meiga-Touristik AG mit ihren ehrgeizigen
Plänen in ein eigentliches Va-kuum vorstösst. Sowohl Guttet wie
auch Feschel sind typische Bergdörfer des Sonnenhanges, die bisher
wohl als attraktive Wohnstätte galten, aber auf der ändern Seite
praktisch nur gerade in der im Abwind steckenden Landwirtschaft
und vereinzelt im Gewerbe oder im Dienstleistungssektor Arbeitsplätze
anzubieten vermochten. Arbeit und Verdienst suchen weitaus die meisten
erwerbsfähigen Bewohner auswärts. Die Abwanderung hat denn Feschel
und Guttet in den letzten Jahrzehnten auch entsprechend zu schaffen
gemacht. Sicher sind da oder dort in den vergangenen Jahren Ferienhäuser
gebaut worden und auch die einheimischen Bewohner vermieteten in
den letzten Jahren Zweitwohnungen. Aber von einem ganzjährigen,
volkswirtschaftlich interessanten Tourismus war und ist man sehr
weit entfernt. Im Gegensatz zu Albinen beispielsweise,
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das
nun im Sog von Leukerbad/Tor-rent die touristische Karte recht gut
ins Spiel bringen kann, fehlte ein derartiger Anreiz in Guttet und
Feschel. Ende der sechziger Jahre zerschlug sich bereits einmal
ein Versuch, das «weisse Hinterland» von Guttet
und Feschel zu erschliessen und damit neben einer landwirtschaftlichen
auch einer touristischen Erschliessung zuzuführen.
Was
will
die
Meiga-Touristik?
Was will
sie nun, die Meiga-Touristik AG, die im vergangenen September 1979
mit einem Aktienkapital von 50 000 Franken gegründet worden ist?
Rückgrat des ganzen Projektes ist offensichtlich eine 4,5 Kilometer
lange Sechskabinen-Gondelbahn, die von der Talstation oberhalb des
Dorfes Guttet bis hinauf in die «Schnidi» führt. Damit
und mit einem oder zwei Liften nebst einer Sesselbahn (sie würden
im Rahmen von mehreren Etappen verwirklicht) wäre ein zwölf Kilometer
Pistenlänge aufweisendes Skigebiet erschlossen freilich um
den stolzen Betrag von drei Millionen Franken einzig für die Anlagekosten
der Gondelbahn, Bauten nicht mitberechnet. Neben den Installationen
im Skigebiet will die Aktiengesellschaft (ihr Kapital soll auf
eine halbe Million Franken aufgestockt werden) auch gleich schon
einmal den Bau des Ap-part-Hotel «Amarona» an die Hand
nehmen. In anderthalb Jahren soll das 120-Betten-Gebäude stehen.
Aber nur das Restaurant und die Verwaltung würden laut Angaben der
Initianten unter dem Segel der Meiga-Touristik AG stehen. Für rund
80 Prozent der Wohnungen sind jetzt schon praktisch deutsche Interessenten
gefunden. Den Initianten (im Verwaltungsrat sitzen die Herren Gautschy,
Marti (Vizepräsident von Guttet, und Robert Meich-try) schweben
zwei weitere Appart-Hotels und der Bau von Ferienhäusern vor. Ein
Ausbau so argumentieren
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Teils auch
andere Töne
Während
der gestrigen Orientierungsversammlung wurden auch rüde Töne laut
und durch teils persönlich eingefärbte Seitenblicke an die Adresse
der kantonalen Forstbehörden (sie hatten offenbar das Skiliftprojekt
einstellen wollen) erhält der Aussenstehende den Eindruck, dass
einerseits die Region heute auch nicht geschlossen hinter dem Vorhaben
steht und auf der ändern Seite das Verhältnis der Trägerschaft des
künftigen Tourismus mit wichtigen kantonalen Amtsstellen eini-germassen
getrübt ist. Für kommende und sicher nicht leichte Konzessionsverhandlungen
ist zumindest der letzte Punkt eine gewisse Hypothek. Dass freilich
auch ein Hauch von Dorfgeist bei der sehr unterschiedlichen Bewertung
der ersten Schritte der Meiga-Touristik AG mitspielt, ist unbestritten.
Es scheint, als fühlten sich die Feschler überrumpelt und übergangen.
Sie sind von der Nachbargemeinde denn auch praktisch vor vollendete
Tatsachen gestellt worden.
Und die Infrastruktur?
Zum
Sprecher einer sachbezogenen Opposition hat sich gestern Hans-Rudolf
Meichtry, Gemeindepräsident von Feschel gemacht. Während sein Amtskollege
Roman Kuonen uneingeschränkt hinter der Aktiengesellschaft steht,
die laut Vewaltungsratspräsi-dent Gautschy «Hand in Hand»
mit der Gemeinde Guttet zusammenarbeiten soll, äusserte der Präsident
von Feschel Bedenken. Pikanterweise bekleidet er gleichzeitig
auch das Amt des Verkehrsvereinspräsidenten von Guttet-Feschel.
Er stellte den Initianten Fragen nach den Folgen der geplanten Erschliessung
auf dem Gebiet der Ausrüstung, der lnfrastruktur beider Gemeinden.
Wisser, Parkplätze, Abwasser, Strasenverbindungen, dann auch
die Frage, wie weit die Gemeinden im Falle v« Defiziten herbeigezogen
würden, waren die Hauptbedenken, die er äussete. Dies trug ihm
von seiten der Promotoren den Vorwurf ein, der Verkehrsverein betreibe
heute einen kleinkarierten «Vierziger-marken-Tourismus»
offenbar als «Tatsch» für den Posthalter und
Ver-kehrsvereinspräsidenten gemünzt.
Aufruf
zur Sachlichkeit
Während
der Orientierungsversammlung fehlten aber auch nicht Aufrufe zu
Besonnenheit und Sachlichkeit. Dass man auch seitens der Initianten
den Leuten «nicht übers
Maul
fahren dürfe, die in der heutigen Euphorie mit sachlichen Einwänden
kämen»
ist die Ansicht eines Josef Kuonen, der sich «ebenso wie andere
gemässigte Redner für eine touristische Entwicklung ausspricht
aber unter
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