Walliser Bote 15. Oktober 1996
 
 
Guttet: ein Fest mit 15 Stationen
Hochbetrieb während drei Tagen in allen Winkeln und Gassen
 
Guttet. — Von einem verlorenen Bergdorf war an der 1. Heimattagung und am Dorffest in Guttet, Wiler und Grächmat-ten am letzten Wochenende nichts zu spüren. Dafür sorgte ein Angebot, das sich nicht mit der Erstellung von Gelegenheitsbars erstreckte. Das Organisationskomitee wusste Kultur, Geschichte und Unterhaltung zu verbinden. Und dies alles erst noch zu einem guten Zweck, ging doch der Erlös des Festes an die Restauration der Wendelinskirche, die über dem alten Dorf in neuem Weiss erstrahlt.
Wer hätte gedacht, dass Guttet eines Tages einen Orientierungsplan herausgeben musste. Ein Plan, der die Auswärtigen und Einheimischen von der Gal-mihitta zum Rischlu-Loch, vom Kinderparadies zum Flohmarkt, an der Champagner-Bar vorbei ins Backhaus fuhrt. Und dort wurde schliesslich noch ein Videofilm übers Dorf gezeigt. *
Die mit Tannenzweigen geschmückten Hütten brachten das Gespräch bald einmal auf alte Frevlergeschichten aus den Zeiten, als das Holzsammeln im Wald noch eine zentrale Aufga-
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be war. Die Festkarten mit den Bildern der Alpungen wurden von der älteren Generation für die Tischnachbarn kommentiert. An einem Festtag liess es sich leicht über die harten Arbeitsbedingungen früherer Tage
reden.
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Die Gemeindepräsidentin Beat-rice Meichtry schenkte den Ehrengästen den Wein gleich selbst ein — Wahlpropaganda sei dies nicht, schon eher die Freude, soviel Gäste empfangen zu können. Die stattliche Zahl der alten und amtierenden Ratsmitglieder, angeführt durch den Regierungsstatthalter Joseph Gottet aus Varen und den Landeshauptmann Hermann Fux, liess sich gern verwöhnen. Sie steuerten aber auch manchen Gesprächsstoff über Wintersicherheit von Strassen und Impulsen aus dem Regionalzentrum bei. Doch die Stunden waren dem freundnachbarlichen
Zusammensein gewidmet.
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Steil bergan maschierte und spielte am Sonntag nachmittag bei fröhlichem Föhnwetter der bunte Festumzug. Für manchen Buben war es eine Einführung ins Brotbacken auf dem Traktoranhänger, für manches Mädchen am Umzug eine Einführung ins Rebwerk. Die Feuerwehr lernte das störrische Wesen der Pferde kennen, die vor den alten Spritzwagen geschirrt wurden. Und schliesslich war
der Festumzug für diesen und jenen Besucher, der zum erstenmal nach Guttet gekommen war, eine lebendige Visitenkarte, and
 
Letzte Aktualisierung: 3.4.2002