Walliser Bote 27. September 1999
 
 
Guttet-Feschel: Fusion perfekt
Im zweiten Anlauf und mit einem Sieben-Stimmen-Mehr
fusionieren auch die Burgergemeinden
 
Guttet. — Auch im zweiten Anlauf fiel das Ergebnis sehr knapp aus. Mit einem geringen Mehr von sieben Stimmen, 87 Ja zu 80 Nein, stimmten die Burger von Guttet der Fusion mit Feschel zu. Vor Jahresfrist war das Zusammenlegen der beiden Leuker Gemeinden an drei Stimmen in der Burgergemeinde Guttet gescheitert. Die Fusion der Munizipalgemeinden dagegen war grossmehrheitlich angenommen worden.
Die Fusion der beiden Gemeinden Guttet und Feschel ist aus praktischen Überlegungen seit langem ein Thema und war von den Verwaltungen vor Jahresfrist mit Informationen an die Adresse der Einwohner und Burger gut vorbereitet worden. Eine Fusion zwischen Guttet und Feschel macht Sinn. Einziger Streitpunkt aus der Sicht der Burger von Guttet waren Mindereinnahmen aus dem kantonalen Finanzausgleich. Mit klarem Mehr sprachen sich die Munizipalgemeinden damals für ein Zusammengehen aus. Die Burgergemeinde Guttet lehnte die Fusion aber mit einem Gegenmehr von drei Stimmen ab. Politik und Burgerstolz mögen dabei eine Rolle gespielt haben.
Nur sieben Stimmen
mehr

Ein Jahr später, am vergangenen Wochenende, ging man in Guttet nochmals über die Bücher. Die Burger/-innen wurden nach eingehender Information über die Bereinigung der Vorlagen und die strittigen Punkte zu einem zweiten Urnengang gebeten. Über die Hintergründe haben wir in unserer Freitags-Nummer ausführlich berichtet. Mit 87 Ja gegen 80 Nein war der Ausgang auch im zweiten Durchgang äusserst knapp. Ein Beweis, dass die Verwaltung in Guttet nicht alle Vorbehalte auszuräumen vermochte. Gemeinde- und Bur-
 
gerpräsident Edy Kuonen zeigte sich gestern erleichtert. «Ich bin zufrieden, dass die Burger der Fusion zugestimmt haben. Der knappe Ausgang von sieben Stimmen ist für uns eine Ermahnung und Verpflichtung, dass wir die Anliegen der Neinstimmer respektieren und ein grosses Augenmerk auf jene Punkte richten, wo die Neinsager der Schuh drückt.»
Ab 1. Januar 2001
eine Gemeinde

Bis zu den Gemeinderatswahlen im Dezember 2000 ändert sich nichts. Die Fusionsarbeiten werden weitergeführt und das Zusammenlegen vorbereitet. In Kraft tritt die Fusion auf den 1. Januar 2001. Ein gemeinsamer, fünfköpfiger Gemeinde- und Burgerrat steht dann der fusionierten Gemeinde Guttet-Feschel vor.
Nach Gemeindegesetz steht es aber den Bürgern zu, bis 60 Tage vor den Wahlen die Trennung der Burger- von der Munizipalgemeinde zu verlangen.
In Guttet und Feschel werden die Munizipalität und die Burgergemeinde von der gleichen Verwaltung geleitet.
pr
 
98er-Fakten
Gemeinde Feschel
Fusion
Munzipalgemeinde:

Stimmberechtigte: 73
Stimmende: 53
Gültige: 53
Ja: 52, Nein 1.

Fusion Burgergemeinde:
Stimmberechtigte: 51
Stimmende: 39
Gültige: 39
Ja: 38, Nein: 1.

Gemeinde Guttet
Munizipalgemeinde:

Stimmberechtigte: 269
Stimmende: 238
Leer: l
Gültige: 237
Ja: 132, Nein: 105.
Burgergemeinde:
Stimmberechtigte: 200
Stimmende: 176
Leer: l
Gültige: 175
Ja: 86, Nein: 89.

99er-Zahlen
Burgergemeinde Guttet
Stimmberechtigte: 203
Stimmende: 171
Leer: 2
Ungültig: 2
Gültig: 167
Ja: 87, Nein 80.

 
Letzte Aktualisierung: 3.4.2002