Zur blauen Stunde – Kunst, Lyrik und Gespräch auf dem Lyrikweg Guttet-Feschel

Guttet-Feschel, 25. Juli 2026

Wenn das Licht über dem Riggen weicher wird und die Konturen der Landschaft langsam verschwinden, beginnt auf dem Lyrikweg Guttet-Feschel ein besonderer Abend. «Zur blauen Stunde» führt Besucherinnen und Besucher am Samstag, 25. Juli 2026, durch den Lyrikweg und die Freilichtausstellung KUNST AUF DEM LYRIKWEG «du musst dein Leben ändern» hinein in jene Stunde des Übergangs, in der Sehen und Hören empfindlicher werden.

Im Rilke-Jahr 2026, dem 100. Todesjahr des Dichters, verbinden sich in Guttet-Feschel Literatur, Landschaft und zeitgenössische Kunst. Der Abendrundgang macht diese Verbindung sinnlich erfahrbar: Kurze literarische und künstlerische Impulse begleiten den Weg – gelesene Gedichte, Textfragmente, Klänge und Momente bewusster Stille. Sie erklären nicht, sondern öffnen.

Rilke auf Walliserdeutsch – eine Uraufführung

Ein Höhepunkt des Abends ist der Auftritt der Schauspielerin Sabrina Pollinger. Sie trägt bisher unveröffentlichte Übersetzungen von Rainer Maria Rilkes Vierzeilern ins Walliserdeutsche vor. Rilkes französische «Quatrains Valaisans», entstanden aus seiner tiefen Verbundenheit mit dieser Landschaft, kehren damit gewissermassen dorthin zurück, wo sie ihren Ursprung haben – in die Sprache der Menschen, die hier leben.

Anwesend ist auch der Autor und Übersetzer Hubert Theler. Er spricht über sein Handwerk: über das, was beim Übersetzen von Lyrik verloren geht, was gewonnen wird, und darüber, was es bedeutet, einen der grossen Dichter der Moderne in einen Dialekt zu übertragen, der keine feste Schriftnorm kennt.

Ankommen im Garten

Der Rundgang mündet im Garten der heimischen Pflanzenwelt. Dort, während die Dämmerung in die Nacht übergeht, bildet das gemeinsame Verweilen den sozialen Kern des Abends: Es werden Gedichte gelesen, Gedanken geteilt oder schweigend gehört. Gespräche entstehen spontan – auch das stille Dabeisein ist Teil des Angebots.

«Zur blauen Stunde» greift damit zentrale Motive Rilkes auf: Übergänge, Schwellen, das Dazwischen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Vermittlung geschieht hier nicht über Information, sondern über Erfahrung und gemeinsames Teilen.

Beteiligte Künstler:innen

Lyrikweg: Sabrina Pollinger (Sprecherin), Monica Perez Albela (Gesang), Hubert Theler (Übersetzung), Lionel Darbellay (Studio), Nicolas Witschi (Kuration)

KUNST AUF DEM LYRIKWEG: Anne-Chantal Pitteloud, Manuela Brügger, Elisabeth Fux Mattig, Maya Graber, Anne Karen Hentschel, Petra Schwenzfeier, Monica Perez Albela, Carlo Schmidt, Jasha Schmidt, Kuration: Nicolas Witschi

Angaben zum Anlass
Samstag, 25. Juli 2026, Beginn 20 Uhr, Besammlung Kirchplatz Wiler (Bushaltestelle Guttet-Feschel, Wiler; 3956 Guttet-Feschel)
Dauer: ca. 2,5 Stunden. Festes Schuhwerk empfohlen.
Keine Anmeldung erforderlich; Kollekte
Weitere Informationen: www.lyrikweg.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Veranstalter: Förderverein Utopia Guttet-Feschel.

 

Kontakt

Förderverein Utopia
Peter Hofer

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